Samstag, 6. Juli 2013

LiverFool


Comic von von Gihef (Autor) und Damien Vanders (Illustrationen)








Klappentext:
Die Welt swingt im wilden Rhythmus des Songs “Love me do“. Es ist die erste Single einer bis dahin unbekannten Gruppe mit einem seltsamen Namen: The Beatles. Die Erfolgsstory der vier Jungs aus Liverpool kann beginnen… Im Schatten dieses Erfolgs steht ein einsamer Mann: Allan Williams. Allan verhalf den Beatles zu ihren ersten Auftritten, in den Kellern von Liverpool und den hippen Clubs von Hamburg. Glückloses Genie oder beautiful Looser? Hier ist die Geschichte des vergessenen Managers der zur Legende der größten Gruppe aller Zeiten beigetragen hat.


Kommentar:
Die Geschichte über die Anfänge der Beatles ist eine wahre Geschichte und spricht Leute meines Alters (60) besonders an. Ich war zwar nicht dabei, habe aber doch einiges mitbekommen. Der Graphic-Novel erzählt über die Geburtswehen der Beatles packend und unterhaltsam. Obwohl vieles schon darüber geschrieben wurde, waren Gihef und Damien Vanders vor Ort bzw. in Liverpool auf Spurensuche (vgl. Epilog). Die Illustrationen haben mich nicht sehr überzeugt. Obwohl sie realitätsnah gezeichnet sind, fehlt die Spannung und die Perspektive hie und da. Allan Williams wird leider als Der «Loser von Liverpool» dargestellt und erzählt herbei gelaufenen Touristen für fünf Pfund seine Geschichte als erster Manager der Beatles. Das ist wenig glaubhaft und hat der Mann auch nicht verdient (vgl. Wikipedia). Trotzdem, wer etwas über die Beatles erfahren möchte und keine schwerfälligen Biographien mag, ist mit diesem Comic gut bedient.

Chamäleon


Comic von Gerald Hartwig
 







Klappentext:
Als sein Vater plötzlich stirbt, erinnert sich ein 37-jähriger Künstler an seine Ankunft in den USA Anfang der 90er-Jahre. Als junger Mann voller Träume will er im Filmgeschäft Fuß fassen.
Als sein Vater plötzlich stirbt, erinnert sich ein 37-jähriger Künstler an seine Ankunft in den USA Anfang der 90er-Jahre. Als junger Mann voller Träume will er im Filmgeschäft Fuß fassen. Er durchläuft jedes Schlagloch, das eine Megacity wie Los Angeles zu bieten hat.
Als Jerry erkennt, dass aus seinen Träumen Jahre geworden sind, droht er sich in einem Strudel aus ehrgeizigen Plänen und bitteren Niederlagen zu verlieren.

Kommentare:
"Dass Hartwig das Medium Film vertraut ist, kommt dem Fluss seiner Bildergeschichte zugute: Raffinierte Einstellungen, ungewöhnliche Perspektiven, Schwenks, Rückblenden, Detailaufnahmen machen diese außergewöhnliche Graphic Novel zum Ereignis." (Thomas Kliemann, General-Anzeiger)
"Hartwig komponiert attraktive Tableaus, schafft mit den erwähnten Farbtönen höchst atmosphärische Szenen, in welchen sich die Grenzen von Realität und Vision mehrmals auflösen, Rausch und Nüchternheit die zwei Seiten einer prekären Existenz sind." (Walter Titz, Kleine Zeitung)


Donnerstag, 4. Juli 2013

Die Apokalypse des heiligen Jacky


Ein Comic von Manu Larcenet














Klappentext:
Polza Mancini steht unter Mordverdacht. Die Ermittler ekeln sich vor diesem unförmigen und heruntergekommenen Riesen, den sie schlicht für einen Psychopathen halten. Und doch sind sie gezwungen, sich seine Erzählung anzuhören. Es ist die Geschichte einer Verwahrlosung, die Mancini im Verhör bis ins abgründigste Detail offenlegt: Auf der Suche nach dem “Blast”, einem Moment höchster Erleuchtung, hat er sein bürgerliches Leben über Bord geworfen und sich in die Wildnis zurückgezogen.
“Ich lüge. Ich lüge immer. Ich sage, ich erinnere mich an nichts, als sei ich gerade erst neu geboren. Ich sage, ich hätte Verständnis, an eurer Stelle hätte ich sicher auch gelacht. Ich lüge für einen Moment der Ruhe, für ein wenig Nachsicht, für die Vergebung meines Andersseins. Und ich lüge, um euch nicht meinerseits hinzuschlachten.
Ich lüge immer, denn in Wirklichkeit erinnere ich mich an alles.

Kommentar:
Blast“ ist Kult, packt und fesselt. Der Zeichner und Autor Manu Larcenet hat mich schon mit der Serie „der alltägliche Kampf“ als Fan für sich gewonnen. Doch mit den zwei bis jetzt publizierten Bänden „Blast“ hat er ein Comic-Projekt gestartet, das Nobelpreis verdächtig ist. Die Geschichte ist gut erzählt und hat einen roten Faden mit spannenden „Seitensprüngen“. Sie wird mit grob gezeichneten Schwarzweissbildern gekonnt untermalt. Die paar farblichen Zeichnungen wurden offensichtlich von Kindern gemalt und geben der Geschichte, wo es nötig ist, einen psychedelischen Charakter. Eben dort, wo der Hauptfigur seine Blasts erlebt. Übrigens sollte man „Blast“ nie in der Badewanne lesen, wie ich es gemacht habe, denn die Gefahr, dass man selber einen Blast erlebt, ist gross ........................