Dienstag, 18. Februar 2014

Heimdall

Ein Comic von Max Baitinger (Text und Illustration)













Einen eigentlichen Klappentext gibt es nicht, deshalb folgt hier eine Art Kurzfassung:

Frei nach der Edda erzählt Max Baitinger in seinem Comic-Debüt Heimdall vom Wächtergott Heimdall, der einsam auf das Ende der Welt wartet und viel Zeit zum Nachdenken hat.
Heimdall ist nicht besonders tapfer, jedenfalls nicht so tapfer wie sein kraftstrotzender Bruder Thor, und auch nicht wie sein Vater, der allwissende Schöpfergott Odin. Aber Heimdall hat eine Gabe: Er sieht alles, selbst seine eigenen Augenbrauen. Darum ist es seine Aufgabe, wachsam zu sein. Tag und Nacht sitzt er auf dem Dach von Wallhall, von wo aus er besonders gut beobachten kann. Noch geht hier alles seinen geregelten Gang: Täglich üben sich die Einherjer im Kampf, jeden Abend sind ihre Wunden verheilt und sie können gemeinsam zechen – Wallhall ist ein wahres Kriegerparadies, in das nur die ehrenvoll Gefallenen übertreten dürfen. Doch schon bald werden die Einherjer gemeinsam mit den Göttern in die finale Schlacht ziehen. Dann nämlich, wenn der große Wolf die Sonne frisst und damit das Ende der Welt einleitet. Dann wird Heimdall sie alle rechtzeitig mit seinem großen Horn warnen müssen.
Den Blick auf die Sonne geheftet, wartet Heimdall also auf den gefräßigen Wolf und schweift dabei mit seinen Gedanken ab. Was, wenn er versagt? Manchmal möchte Heimdall wirklich nicht alles sehen.

Kommentar:
Die Edda ist eine isländisch-skandinavische Götter- und Heldensage aus dem 13. Jahrhundert. So lehrt uns Wikipedia. Die Geschichte oder besser gesagt die Heldendichtung (Lieder) wurde auf eigenwillige Art und Weise zeitgemäss und kurzgefasst von Max Baitinger kunstvoll dargestellt und mit kurzen Texten garniert.

Die markanten Schwarz-Weiss-Zeichnungen, sind von den Orignalillustrationen der Edda inspiriert und wirken einerseits spielerisch, andererseits ikonenhaft. Der Comic (oder Cartoon) ist als Gesamtwerk sehr kunstvoll und ansprechend in einem Heft zusammengefasst. Die Homepage von Max Baitinger offenbart, dass er ein vielseitiger Künstler ist und sich mit verschiedenen Themen befasst.



Pablo

Ein Graphic Novel von Julie Birmant (Text) und Clément Oubrerie (Illustration)
Band 1: Max Jacob (insgesamt 4 Bände)













Klappentext:
Im Jahr 1900, bei seiner Ankunft in Paris, kennt man Picasso einfach nur als Pablo. Die vierbändige Biografie von Julie Birmant und Clément Oubrerie erzählt von dieser Anfangszeit, als der junge Katalane seinen Weg gerade erst findet.
In “Max Jacob”, dem ersten Band, durchlebt der Künstler ein bewegtes Auf und Ab zwischen kleineren Erfolgen und großen Zweifeln. Doch der Dichter Max Jacob, sein heimlicher Verehrer, glaubt an Pablos neue Kunst…

Leichthändig verknüpfen die Autoren Pablos Geschichte mit der Biografie der wohl bekanntesten Muse des Malers, Fernande Olivier. “Pablo” wird so zum Porträt einer aufblühenden Epoche mit all ihren Lichtmomenten und Schattenseiten.

Kommentar:
«Pablo - Max Jacob» von Julie Birmant und Clément Oubrerie beschreibt die jungen Jahre von Pablo und Fernande parallel und beginnt mit einem Rückblick der alten Fernande auf ihre Jugend. Manchmal ist diese parallele Erzählart etwas verwirrend. Denn die Lebenswege des Künstlers und seiner Muse kreuzen sich in dem Comic erst recht spät.

Pablo ist ansprechend und auch eigenwillig gezeichnet, die Kolorierung wirkt beinahe aquarelliert und passt sehr gut zur Geschichte. Schade ist nur, dass es vier Bände braucht, bis die Lebensgesschichte von Pablo Picasso zu Ende erzählt ist. Der Graphic Novel könnte in dieser Hinsicht etwas stringenter gefasst werden.


Der Schrei des Falken

Ein Abenteurcomic von Patrice Pellerin 
Gesamtausgabe Bd. 1 (Kermellecs Geheimnis und Der Totenkopf-Felsen)














Klappentext:
Durch eine Intrige wird Yann de Kermeur - genannt «der Falke» - des Mordes am Grafen Kermellec angeklagt. Wird er seinen Kopf aus der Schlinge ziehen können? Der spannende und ausgefeilte Abenteurcomic - in der Tradition von "Der Rote Korsar" und "Reisende im Wind" - spielt im 18. Jahrhundert, der grossen Zeit der Segelschifffahrt.

 Der Author Patrice Pellerin, der künstlerisch in der Tradition von André Juillard steht, ist für seine Detailtreue bekannt. Das bringt es leider mit sich, dass der Leser auf ein neues Album jeweils rund zwei Jahre warten muss.

Kommentar:
Spannend, spannend und wie oben bereits erwähnt, sehr detailgetreu und plastisch gezeichnet sowie gut erzählt. Eine Räuber und Gendarm Erzählung mit viel Wirklichem und auch einigem Unwirklichen. Abenteuer pur. Die mehrbändige Geschichte wurde 1994 begonnen und umfasst inzwischen 9 Bände. Eine Art neverending Story bzw. ein Bestseller. Nun, ich bin kein Fan von solchen Mega-Mehrbändern, denn irgendwann laugt die Geschichte aus. Die erste zwei Bände, die nun in einem Gesamtband vorliegen, machen mich nun aber doch süchtig auf mehr ......





Freitag, 24. Januar 2014

Jack the Ripper - der Urvater des Grauens!



ein Graphic Novel von Francois Debois, gezeichnet von Jean-Charles Poupard














Klappentext:
Als alle glaubten, der Horror habe London verlassen, taucht das Böse wieder auf.
Frühjahr 1889. Mehrere Monate sind vergangen, seit den Ereignissen, die Whitechapel in Blut getaucht haben und das Leben geht wieder seinen normalen Gang für die armseligen, die hier zu Hause sind. Inspektor Frederick Abberline macht Jagd auf die Zuhälter, die ihre »Mädchen«  Doppelschichten laufen lassen, um den von Jack verursachten Verdienstausfall wieder reinzuholen. Aber getrieben von seiner Besessenheit von Recht und Gesetz greift er zu Methoden, die für Scotland Yard zu unkonventionell sind, und sein treuer  Gefährte, George Godley, warnt ihn. Es sei vielleicht an der Zeit zu verschwinden. Eine Serie von Morden, die in ihrer  Vorgehensweise denen von Jack sehr ähnlich sind, wurde in Paris begangen. Während Abberline den Kanal überquert, um den Mörder aufzuscheuchen, wird Godley mit einer neuen Affäre betraut: Ein Arzt, der aufgeschlitzt in einem von innen verschlossenen Raum aufgefunden wird. Einziger Hinweis: Ein arkadisch-kyprisches Manuskript, das erschreckende Enthüllungen enthält. Zwei Untersuchungen, zwei Mörder. Alles scheint miteinander verknüpft, das Hypnos-Protokoll ist der Schlüssel und Abberline muss der unerträglichen Wahrheit ins Auge schauen...





Kommentar des Lesers:
Mit vielen Wendungen und überraschenden Details wird hier eine Geschichte erzählt, die einmal mehr als eine interessante Variante und spannende Story dieses Klassikers daher kommt!
Der Leser wird von Beginn an in eine düster colorierte Umgebung hineinversetzt, welche zur mitreissenden Geschichte eine optimale Atmosphäre erschafft. Die Zeichnungen von  Jean-Charles Poupard sind lebhaft, franko-belgisch und stilsicher.
Das London und die anderen Szenenbilder des späten 19. Jahrhunderts heben nicht selten die graphischen Detailkünste des Zeichners hervor, was dem Leser auf jeder Seite und bei jeder Szene auffallen wird. Für mich als Leser hatte dieser Thriller aus dem viktorianischen Zeitalter genau diejenigen Elemente, welche es für einen Pseudo-Horror Comic braucht: düstere Szenerien des von schlechtem Wetter geplagten Londons, eine der berühmtesten Mörderfiguren der Geschichte und schliesslich die passenden Illustrationen, bei welchen häufig an roter Blutsfarbe nicht gespart wurde.

gelesen von Tobias Hug, 24.01.14


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Mittwoch, 22. Januar 2014

Django unchained - Wenn sich ein Sklave und ein Zahnarzt verbünden, sind sie der Tod

Gezeichnet von R.M. Guéra, Reginald Hudin, Danijel Zezelj, Denys Cowen
Eine Comicadaption nach dem Originaldrehbuch von Quentin Tarantino.















Klappentext:


Sein Name ist Django, und er lebt in der Sklaverei. Eines Tages taucht ein Fremder auf: Dr. King Schultz, eloquenter Zahnarzt und Kopfgeldjäger. Schultz ist auf der Jagd nach den verruchten Brittle-Brüdern, und Django ist der einzige, der ihre Gesichter kennt. Wenn Django die Brüder für ihn identifiziert, will Schultz ihm die Freiheit schenken und ihm bei der Suche nach Djangos verschollener Frau Broomhilda helfen. Keiner von beiden ahnt, dass sie sich nicht so schnell trennen werden. Und dass ein langer Weg voller Blei und Tod vor ihnen liegt.


Der Director’s Cut:
Die Graphic Novel nach dem Oscar-prämierten Originaldrehbuch von Quentin Tarantino enthält sämtliche Szenen, die es nicht bis in den Film geschafft haben!






Kommentar:

Da der Film von Quentin Tarantino als Vorlage für diesen Comic diente, muss ich sagen, dass ausser Djangos Charaktere die restlichen Figuren eher Eigeninterpretationen des Zeichners R.M. Guéra sind. Denn die einzelnen Eigenschaften der verschiedenen Persönlichkeiten im Film doch wesentlich anders dargestellt als im Comic. Diesem jedoch zuzuschreiben sind die Texte, die von derselben wunderbaren Formulierung, besonders zu erwähnen ist an dieser Stelle natürlich Dr. King Schultz, profitieren wie es der Film bereits konnte. Der Kern der Geschichte rund um den Sklaven Django ist im Comic enthalten. Leider wurden einige, meiner Meinung nach wichtige Szenen des Films, im Comic nicht aufgenommen, was einige Filmfans enttäuschen könnte. Nichts desto trotz ist dieser Comic zum Film eine optimale Ergänzung. 

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Gelesen von B. Kunz ; 2. Lehrjahr FHS St.Gallen