Samstag, 27. Dezember 2014

Irmina

Ein Graphic Novel von Barbara Yelin















Klappentext:

Die ehrgeizige Irmina reist Mitte der 1930er Jahre nach London, um eine Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin zu beginnen. Dort lernt sie Howard aus der Karibik kennen, dem sie sich im Streben nach einem selbstbestimmten Leben verbunden fühlt. Durch den klugen und zielstrebigen Oxfordstudenten beginnt Irmina ihren Blick auf die Welt zu öffnen. Doch findet ihre Beziehung ein jähes Ende, als Irmina, bedrängt durch die politische Situation, nach Berlin zurückkehrt. Im nationalsozialistischen Deutschland steht sie vor der Möglichkeit, den erstrebten Wohlstand endlich zu erlangen, wenn sie dafür die verbrecherische Ideologie des Regimes nicht infrage stellt. Und die politischen Ereignisse eskalieren weiter und weiter… Mit "Irmina" legt Barbara Yelin ihr Glanzstück vor: ein packendes Drama um die Entscheidung zwischen persönlicher Freiheit und dem Drang nach gesellschaftlichem Aufstieg. Basierend auf einer wahren Geschichte, erzählt sie in atmosphärisch dichten Bildern einen Werdegang voller Brüche, der aber auch exemplarisch für die Mitschuld durch Wegsehen und Vorteilsnahme vieler im Nationalsozialismus stehen kann. Mit einem Nachwort von Dr. Alexander Korb.

Autoreninfos:












Barbara Yelin, geboren 1977 in München, studierte Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Als Comiczeichnerin ist sie vor allem in Frankreich durch die Bände "Le visiteur" und "Le retard" bekannt geworden (beide erschienen bei Editions de l’an 2 – Actes Sud). In deutscher Sprache sind verschiedene Kurzgeschichten von Barbara Yelin in der Anthologie "Spring" erschienen, die von einem Kollektiv von Zeichnerinnen herausgegeben wird. Jede Ausgabe von "Spring" wird etwa zu gleichen Teilen mit Comics und Illustrationen bestritten. Desweiteren ist eine Kurzgeschichte von Barbara Yelin in der Anthologie “Pomme d’amour” (Die Biblyothek) erschienen. "Gift", die Geschichte eines historischen Kriminalfalls nach einem Szenario von Peer Meter, ist der erste umfangreiche Comic von Barbara Yelin, der nun in deutscher Sprache bei Reprodukt erscheint. Barbara Yelin lebt und arbeitet in München.

Kommentar:

Eine sehr gut recherchierte und gezeichnete Geschichte über eine typische «Karriere» im Dritten Reich: Brave Bürger lassen sich vom Regime ohne grosse Begeisterung einspannen, halten die Klappe und machen sich mitschuldig. Schnell wird ersichtlich, dass Irmina trotz aller Ideale und Ideen politisch ein unbedarftes, naives Mädchen ist, das die Ereignisse und Gefahren des braunen Terrors unterschätzt und verharmlost, während man in England schon drohendes Unheil wittert. Die Geschichte stellt einerseits eine Romanze dar und andererseits eine historische Abhandlung mit Tiefgang. Schön gezeichnet und koloriert. Sehr empfehlenswert!



Die Sternbande

Ein Comic von Luca Enoch (Autor) und Claudio Stassi (Zeichnungen)













Klappentext:
Die aktuelle Lage und der Konflikt um Palästina sind heute allgemein bekannt, aber was geschah in dieser Region eigentlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts? Damals war nicht in erster Linie das palästinensische Volk der Feind des Zionismus, sondern das britische Königreich, das nach dem Ersten Weltkrieg die Besiedelung der Region verwaltete. Vor diesem Hintergrund steht die Geburtsstunde von Lechi, einer terroristischen Untergrundorganisation, die auch unter dem Namen Stern Gang (zu Deutsch: Stern-Bande) bekannt wurde.
In ihrer herausragenden Graphic Novel über eine der spannungsreichsten Konfliktzonen der Erde bringen Luca Enoch und Claudio Stassi Licht in eine dunkle Episode der jüngeren Geschichte, die beinahe in Vergessenheit geraten ist.

Autoreninfos:








Luca Enoch (Mailand 1962) betritt die Weit des Comics mit seinem
Werk Sprayliz in der italienischen Wochenzeitschrift L'lntrepido und
wird innerhalb kürzester Zeit einer der wichtigsten Zeichner für
den Mailänder Comic-Verlag Sergio Bonelli Editore, für den er unter
anderem die in Italien bekannten Comics Gea und Lilith schreibt.
Ein anderes bekanntes Werk von ihm ist Dragonero, das 2010 auch
in deutscher Sprache erschienen ist.











Claudio Stassi (Palermo, 1978) ist der Autor der Comic-Fassung
des Romans Per questo mi chiamo Giovanni von Luigi Garlando. Der
Comic kam in Italien, Frankreich und Spanien heraus. Zu seinen
Werken zählen außerdem Brancaccio mit Geschichten über die
Mafia und die Graphie Novel Pour Ia vie. ln Zusammenarbeit mit
dem Autor Fabrizio Lo Bianco zeichnet er für die in Italien bekannte
Wochenzeitschrift II Giornalino. Momentan lehrt er an der ComicSchule

in Barcelona, wo er lebt und arbeitet.


Kommentar:

Dieser Teil der Geschichte des Staates Israel war für mich bis lang unbekannt. Dabei beschränkt sich diese Graphik Novel nicht nur auf die Terrorakte der Stern-Bande, sondern zeigt auch sehr plastisch, wie Terrorismus entsteht und funktioniert. Dogmatischen Diskussionen führen schliesslich zum «pragmatischen» Handeln. Zunächst nimmt die Stern-Bande noch Rücksicht auf die Zivilbevölkerung. Doch diesen Vorsatz verliert sie mehr und mehr aus den Augen, was sie auch die Sympathien des Volkes kostet. Sie wird zur getriebenen ihrer eigenen Ideen: Die Gründung eines Staates Israel nach biblischen Vorgaben (Grenze).  Vergleicht man diese Geschichte mit den heutigen Terrorgruppierungen, findet man leicht Übereinstimmungen mit dem Wirken der Stern-Bande. Obwohl die Aufarbeitung historischer und feststehender Tatsachen in Form einer Graphik Novel immer die Gefahr einer Abstraktion in sich birgt, liegt ein spannender Band mit viel Wissenswertem vor.



Sonntag, 14. Dezember 2014

Beste Bilder - die Cartoons des Jahres (Band 5)

Herausgegeben von Wolfgang Kleinert und Dieter Schwalm (Sammelband)














Klappentext
2014 war ein Jahr der Kriege: Nicht nur diese Kriege, auch die Hilflosigkeit der Politik und die schwer durchschaubare Berichterstattung stellten alles andere in den Schatten! Ausser Ebola vielleicht. Und dabei vor allem die Angst, der todbringende Virus könnte sich über Afrika hinaus verbreiten. Aber 2014 war mehr als Angst und Schrecken. Es war das Jahr einer unglaublichen ADAC-Pannenserie, der Einführung der Frauenquote beim Steuerhinterziehen durch Alice Schwarzer, des Siegeszuges von Europagegnern ins Europäische Parlament ... Und natürlich auch ein Jahr, in dem der Zeitgeist unbeirrbar voranschritt und der Humor sich nichtunterkriegend liess! Das alles zeigt dieser fünfte Band der Besten-Bilder-Reihe, die festhalten will, wie sich Satire, Humor und Zeichenstile in Deutschland entwickeln und was von den jeweiligen Jahren in Erinnerung bleibt.

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Konrad und Paul - ist der Ruf erst ruiniert ...

Ein Comic von Ralf König (Sammelband)














Klappentext:
«Konrad und Paul» tauchten erstmals 1990 in der Zeitschrift Magnus auf, inzwischen sind sie fast 25 Jahre zusammen und ihre Erlebnisse aus dem schwulen Alltag sind Kult – nicht nur in der Kernzielgruppe! Diese Perle des Bücherschranks enthält alle schwarzweißen Abenteuer und Alltäglichkeiten der beiden. Um genau zu sein: die vergriffenen Bände «Konrad und Paul» 1-3 aus den Jahren 1990-1998, veredelt von einem farbigen Comic-Vorwort vom «Knollennasen-König» persönlich! Wie schrieb dereinst das "PLAYGIRL" so treffend: „Muss man sich wundern, dass Ralf König mit seinen Geschichten über Männerbeziehungen zu den meistgelesenen Comic-Zeichnern Deutschlands gehört? Nein, Konrad & Paul ist wieder mitten aus dem schwulen Leben gegriffen, trifft aber auf ‚normale’ Beziehungen nicht weniger zu!“

Autoreninfos:
Ralf König, geboren 1960 in Soest, Westfalen, ist mit Übersetzungen in mittlerweile 18 Sprachen der populärste deutsche Comic-Zeichner. Seine ersten Comics zeichnete er im Alter von 19 Jahren, der Durchbruch kam 1987 mit "Der bewegte Mann". Sönke Wortmanns Verfilmung mit Katja Riemann, Til Schweiger und Joachim Król wurde der damals zweiterfolgreichste Film der deutschen Kinogeschichte und lief in 47 Ländern.